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Brief an unsere Bundeskanzlerin

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,
da ich Paintball spiele und mein Sport nun verboten werden soll, möchte ich von Ihnen wissen, wie Ihre Haltung in dieser Sache ist, da dies entscheidend sein wird für mein Verhalten bei den kommenden Wahlen. Außerdem verstehe ich nicht, wieso in anderen EU-Ländern Paintball kein Problem darstellt und allein in Deutschland dieser Sport so diskriminiert wird. Wenn Sie gegen Paintball sein sollten, dann müssen Sie auch für die Abschaffung von Fechten und Boxen sein und Kindern verbieten, Cowboy und Indianer mit Spielzeug-Waffen zu spielen. Es gibt keinerlei Zusammenhang zwischen Paintball und Amokläufern oder anderen Gewalttaten, entsprechende Behauptungen mancher Politikern sind einfach nur gelogen und halten keiner seriösen Betrachtung stand.
Paintball bietet Hunderttausenden Erwachsenen in Deutschland eine außergewöhnliche Ablenkung vom Alltag. Darüber hinaus gibt es Hunderte von Paintballvereinen, die feste soziale Gemeinschaften bilden und an den Wochenenden für Turniere und Ligen gemeinsam trainieren. Paintball zu verbieten würde bedeuten, auf einen Schlag all diese bisher unbescholtenen Bürger zu kriminalisieren.

Bitte sagen Sie mir, dass wir nicht in einem Land leben wo nur der Recht bekommt der am lautesten Schreit und manche ihrer Politiker Kollegen schreit schon sehr laut!

Mit freundlichen Grüßen
Frank Krüger
Hansepaint Stralsund

Paintball-Verbot «zielt auf die Falschen»

Die Große Koalition will als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden das Schießen mit Farbkugeln verbieten. Viele Kommentatoren glauben, dass diese Maßnahme zu kurz greift oder schlichtweg falsch ist.

«Wetzlarer Neue Zeitung»: Aktionistische Verbote

Die große Koalition ist nach dem Amoklauf von Winnenden unter Zugzwang. Das geplante Paintball-Verbot soll den Druck nehmen und zielt dabei auf die Falschen. Kein ehrliches Auseinandersetzen mit der Situation an Schulen oder mit dem Alltag von Jugendlichen - auch dies würde zwar keinen garantierten Schutz vor Amokläufen bieten, ginge aber zumindest in die richtige Richtung. Stattdessen: aktionistische Verbote. Ziel verfehlt.

«Tageszeitung» (Berlin): Nicht das Spiel ist verantwortlich

Der Unterschied zu Spielen wie «Räuber und Gendarm» und Völkerball besteht hauptsächlich in der realistisch anmutenden Waffe. Auch die erstgenannten bilden zwei Mannschaften, die sich «verhaften» oder mit einem Ball am Körper treffen. Natürlich muss man unterscheiden können, ob man mit einer echten Waffe oder einem Farbgeschoss schießt. Aber deshalb spielt man Völkerball auch in der Grundschule und gestattete Paintball bisher erst ab 18 Jahren. Wer bis zu diesem Alter noch keine Sozialkompetenz entwickelt hat, entwickelt sie auch nicht beim Paintball. Dafür ist aber nicht das Spiel verantwortlich.

«Hessische/Niedersächsische Allgemeine» (Kassel): Augenmaß ist gefordert

Natürlich ist es zu begrüßen, wenn das Waffenrecht verschärft, der Zugang zu Waffen - vor allem für instabile Persönlichkeiten - erschwert wird. Und es muss natürlich darüber nachgedacht werden, ob gewisse Spiele - sei es am Computer, sei es auf Paintball-Anlagen - Tötungshemmungen abbauen.

Doch ebenso wichtig ist es eben auch abzuwägen, ob durch Verbote und Gesetzesverschärfungen nicht andere Grundrechte beschädigt werden, die Unverletzlichkeit der Wohnung etwa oder das Prinzip der Unschuldsvermutung. Außenmaß ist also gefordert. Und mehr persönliches Engagement im Kampf gegen Verrohung und Gewalt. Dies erfordert eine Kultur des Hin- statt des Wegsehens. Und vor allem mehr Erziehung.

«Pforzheimer Zeitung»: Hilflose Politik

Die Idee, Paintball zu verbieten, zeigt, wie hilflos die Politik gegenüber Amokläufen ist. Da doktert die große Koalition an den Symptomen herum, ohne an der Ursache solcher Taten auch nur das Geringste zu ändern. Der einzige Weg ist, zu verhindern, dass sich bei einzelnen überhaupt so viel Frust und Verzweiflung ansammeln können.

Nimmt man nur den Bereich der Schulen, könnten mehr Psychologen helfen oder einfach mehr Lehrer, damit die Klassen kleiner werden und die Pädagogen sowohl fachlich als auch menschlich wieder verstärkt auf den einzelnen Schüler eingehen können.

Hansepaint

Paintball bietet Hunderttausenden Erwachsenen in Deutschland eine außergewöhnliche Ablenkung vom Alltag. Darüber hinaus gibt es Hunderte von Paintballvereinen, die feste soziale Gemeinschaften bilden und an den Wochenenden für Turniere und Ligen gemeinsam trainieren. Paintball zu verbieten würde bedeuten, auf einen Schlag all diese bisher unbescholtenen Bürger zu kriminalisieren.